Auch mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall ist das Image der Polen in Deutschland eher mäßig. In einigen Kreisen, vornehmlich in dunklen Spelunken, Familienfeiern mit der buckligen Verwandtschaft und mitunter auf dem Bau, halten sich noch immer hartnäckig Witze über polnische Autoschieber, wie Sie per Anhängerkupplung Autos nach Polen verschleppen. Dabei sind diese Witze so überholt, wie ausgelutscht. Die Deutschen haben Polen längst für sich entdeckt und die neue Lust auf Polen hat das Land gepackt.

Foto: Michael Cavén
Mit dem Rad oder dem Kanu durch Masuren, zu Fuß durch die Hohe Tatra oder alte gemeinsame Geschichte in den vielen Altstädten des Landes erleben. Die Wege, Polen zu entdecken, sind vielfältig. Noch nicht ganz so stark frequentiert, aber nicht weniger reizvoll ist es, wenn man sich Polen vom Wasser aus nähert. Und die polnische Ostseeküste hat durchaus ihren Reiz. Vom halb deutschen und halb polnischen Usedom bis zur frischen Nehrung im Osten schwappen ganze 528 Kilometer lang die Wellen der Ostsee an die polnische Küste. Sie verfügt über viele Kliffe, Dünen und Nehrungen, die sich durch den Sandtransport durch Strömung und Wind bilden. Es gibt zahlreiche Fähren, die Polen von vielen europäischen Häfen ansteuern und es gibt gar Kreuzfahrten, die die polnische Ostseeküste und das bezaubernde Danzig als Ziel für Landgänge auserkoren haben . Als Hafen- und ehemalige Hansestadt ist Danzig prall gefüllt mit Geschichte, Kultur und Gemäuern, die davon erzählen. Wer sich noch tiefer nach Polen hinein wagt, der findet eine Dichte an Seen, die sonst in Europa nur in Finnland gibt, die Hohe Tatra eben und noch vieles mehr. Nur eine unter vielen Möglichkeiten. Es müssen nicht immer Mittelmeer Kreuzfahrten sein. So ungewöhnlich es sein mag, so gute Gründe gibt es, warum sich ein Kreuzfahrtschiff nach Polen verirren sollte. Auf einer Kreuzfahrt Ostsee und Polen zu entdecken, ist gar nicht so schwer. Macht auch viel mehr Spaß, als alte und langweilige Witze zu erzählen.